Ackerland kaufen: Eine bodenständige Investition?

Land ist begrenzt – eine Binsenweisheit, die dennoch gerne vergessen wird. Beim Blick auf Grundstückspreise in Ballungszentren wird sie bedacht, bei langwirtschaftlichen Flächen – Ackerland – hingegen gerne vergessen. Doch auch hier schwinden durch zunehmende Bebauung die Flächen, wodurch die Preise steigen. Die anhaltende Verunsicherung an den Devisenmärkten und die damit verbundene Kapitalflucht in Sachwerte tut ihr übriges. Ackerland kaufen ist hip, im Zeitgeist – und wertbeständig.

Was genau ist Ackerland?

Acker an Waldrand
© Milosz_G - istockphotos.com

Landwirtschaftliche Flächen sind in Deutschland genau benannt und definiert. Laut Objektkatalog der Behörden wird zwischen

  • Ackerland,
  • Acker-Grünland,
  • Ackerhackrain,
  • Grünland-Acker und
  • Grünland-Hackrain

unterschieden. Die jeweiligen Objektarten unterliegen dabei unterschiedlichen Nutzungsbeschränkungen. Daher ist es wichtig, dass Sie sich vorab gründlich über die landwirtschaftlichen Flächen informieren und wissen, was Sie mit dem Land tun möchten. Die Qualität des Bodens kann zudem durch spezielle Gutachten ermittelt werden – ein wichtiger Faktor, sofern das Ackerland landwirtschaftlich bestellt werden soll.

Ackerland muss regelmäßig bestellt und mit Feldfrüchten bepflanzt werden. Reine Grünflächen zählen daher nicht zum Ackerland. Sie können aber nicht einfach Ackerland kaufen und es dann dabei belassen. Die regionalen Landwirtschaftskammern achten darauf, dass das Land bestellt wird. Wer also nicht selbst auf dem Traktor sitzen möchte, muss sich um einen Pächter kümmern.

Ackerland kaufen oder pachten?

Genau diese Unterscheidung ist auch die Kernantwort auf die Frage, ob Sie Ackerland kaufen oder pachten sollten. Sehen Sie Ackerland als reine Geldanlage, als weiteren Sachwert in Ihrem Vermögensmix, kann der Kauf – große finanzielle Mittel vorausgesetzt – ein lohnendes Investment sein. Die Bodenpreise steigen kontinuierlich – mancherorts liegen Sie bei 8 Euro pro Quadratmeter, was bei einer Ackerfläche von 10 Hektar 800.000 € macht – und stellen einen bleibenden Wert dar. Gleichwohl sollten Sie bedenken, dass das Ackerland nicht einfach links liegen gelassen werden kann. Sie müssen sich, wie oben erwähnt, um einen Pächter kümmern, sofern Sie das Land nicht selbst bestellen. Diese Pflicht hat aber gleichzeitig den Vorteil, dass sich eine dauerhafte Einnahmequelle aus Ihrem Investment ergibt.

Eine Pacht macht hingegen Sinn, wenn Sie landwirtschaftlich tätig sind (oder sein wollen) und die hohe Investition eines Kaufs scheuen. Sie können das Ackerland für ein jährliches Entgelt bewirtschaften und ggf. weitere Fläche dazupachten oder nicht genutzte Fläche abgeben. Diese Flexibilität haben Sie nicht, wenn Sie Ackerland kaufen. Je nach Pachtvertrag ist aber genau vorgeschrieben, was in welcher Reihenfolge angebaut werden darf – die Bodenqualität soll schließlich nicht durch Monokulturen in Mitleidenschaft gezogen werden.

Landwirtschaftliche Flächen anderweitig nutzen

Windrad
© elxeneize - istockphotos.com

Unter Umständen können Sie Ihre landwirtschaftliche Fläche aber auch anderweitig nutzen. So können Sie zum Beispiel auf Ihrem Grund ein Windrad aufstellen und zum Energieversorger werden. Hierzu müssen jedoch weitere Auflagen erfüllt werden, bspw. zum Lärmschutz und bezüglich des Schattenfalls des Windrads.

Das Land kann aber auch als Weideland für Tiere genutzt werden. Sie können einen Gnadenhof aufbauen oder auf der Fläche Tiere züchten und halten. Beachten Sie hierbei jedoch, dass für die Stallanlagen ausreichend Platz vorhanden sein muss und dass der Boden durch die Tiere stark beansprucht wird.

Eine weitere Möglichkeit stellt der Aufbau eines Reiterhofs dar. Hierzu bedarf es aber einer genauen Prüfung, bei der Sie ein fachkundiger Makler unterstützen kann. Er liefert Ihnen Antworten auf die Frage nach Kauf oder Pacht und gibt eine Einschätzung nach der Wirtschaftlichkeit des Hofs ab.

 



Wo finde ich Ackerland?

Wenn Sie in Ihrer Umgebung ein Stück Ackerland suchen, kann es ratsam sein, Bauern und Grundbesitzer in Ihrer Nähe zu kontaktieren. Eine verlässliche Alternative stellt ein auf Ackerland spezialisierter Makler dar. Er verfügt nicht nur über entsprechende Kontakte, sondern hält auch Material wie Gutachten bereit, die Ihnen dabei helfen, den Boden zu bewerten und die Wirtschaftlichkeit einzuschätzen. Einen entsprechenden Makler finden Sie ganz leicht über unser Portal.


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